Armutsfalle „Alleinerziehend“

Lt. STATISTIK AUSTRIA sieht die Situation in Österreich folgender Maßen aus:

grafik 1

Demgemäß (Stand 25) sind 44% der „Ein-Eltern-Haushalte“ in Österreich armutsgefährdet. Ein sehr hoher Wert.

In ihrem Artikel „Armutsfalle Alleinerziehend“ beschreibt das Momentum-Institut (Sophie Achleitner 2025) die Situation folgendermaßen:

„Immer noch sind in einem reichen Land wie Österreich mehr als 1,5 Millionen Menschen armuts- oder
ausgrenzungsgefährdet – darunter sogar 566.000 Kinder. Insbesondere jene Kinder, die in Ein-Eltern-
Haushalten aufwachsen haben ein stark erhöhtes Risiko.“ Die Zahlen zu Armut, Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) zeigen, dass Alleinerziehende immer noch zu den besonders vulnerablen Gruppen gehören, die ein vergleichsweise niedriges Haushaltseinkommen beziehen: 4 von 10 Alleinerziehenden sind armuts- oder ausgrenzungsgefährdet, ein Drittel ist armutsgefährdet und im Vergleich zur Gesamtbevölkerung ist die Gruppe der Ein-Eltern-Haushalten drei Mal so häufig von erheblicher materieller und sozialer Deprivation betroffen (Statistik Austria, 2025a).

grafik 2

Kein anderes Haushaltsmerkmal bestimmt die finanziellen und sozialen Lebensbedingungen so stark
wie der Beziehungsstatus. Die Armuts- und Ausgrenzungsgefährdung in Haushalten mit mehr als einer
erwachsenen Person (also zwei Elternteilen) und Kindern liegt etwa nur bei 11 Prozent.

Die Armutsfalle „Alleinerziehend“ ist also ein Problem das überwiegend Frauen trifft. Die
Situation von alleinerziehenden Müttern in Österreich ist oft prekär. Besonders kritisch wird es dann,
wenn Unterhaltszahlungen ausbleiben, ein alleinerziehendes Elternteil den Job verliert oder die nächste
Mieterhöhung ansteht. Ein fixer Kindergartenplatz kann Gold wert sein, doch viel zu wenige sind mit einer
Vollzeitbeschäftigung vereinbar. Die Teilzeitfalle schnappt dann als nächstes zu und enorme
Lebenseinkommensverluste sind die Folge daraus.

grafik 4
grafik 5
grafik 6

Die Hälfte der Ein-Eltern-Haushalte verfügt über weniger als 22.402 Euro netto pro Jahr, 23 Prozent der Alleinerziehenden fallen sogar ins unterste Einkommenszehntel. Lediglich 3 Prozent der Ein-Eltern-Haushalte sind im einkommensstärksten Zehntel einzuordnen (Statistik Austria, 2025a). Durch ihre niedrigen Einkommen sind Alleinerziehende stärker auf Sozialleistungen, wie Mindestsicherung, Arbeitslosengeld oder Familienbeihilfe angewiesen. Diese Leistungen machen bei Ein-Eltern-Haushalten rund ein Viertel (26 Prozent) des gesamten jährlichen Äquivalenzeinkommens aus. Bei Mehrpersonenhaushalten mit einem Kind, aber auch bei der Gesamtbevölkerung sind es nur 12 bzw. 11 Prozent.

grafik 7

Alleinerziehende Eltern haben es nicht leicht: Sie müssen Beruf und Familie allein jonglieren und in vielen
Fällen tragen auch sie den Löwenanteil der Kinderkosten – trotz Alimenten bzw. Unterhaltszahlungen.

Erwerbstätigkeit allein schützt Alleinerziehende jedoch nicht vor Armutsgefährdung. Dass das Erwerbseinkommen von Alleinerzieher:innen oftmals nicht ausreicht, um vor Armut geschützt zu sein, zeigt auch der hohe Anteil der ‚working poor‘. Das sind jene Personen, bei denen das Haushaltseinkommen trotz Erwerbstätigkeit unter 60 Prozent des Medianeinkommens – und damit unter der Armutsgefährdungsschwelle – liegt. Jede vierte ‚working poor‘-Person ist eine alleinerziehende Frau (28 Prozent) (BMSGPK, 2024).

Da Alleinerzieher:innen allein für die Wohn- und Haushaltskosten aufkommen müssen, oftmals sogar allein die Kinderkosten stemmen müssen, sind Ein-Eltern-Haushalte besonders armutsgefährdet.

Fazit:

Alleinerziehende und ihre Kinder sind in Österreich nach wie vor in einer besonders prekären Lage – sowohl ökonomisch als auch sozial. Sie tragen eine überdurchschnittliche Last an Sorgearbeit, haben deutlich geringere Einkommen und müssen aber für einen Großteil der Kinderkosten aufkommen – wodurch sie viel häufiger von Armut betroffen oder gefährdet sind – selbst dann, wenn sie erwerbstätig sind. Fehlende oder unzureichende Unterhaltszahlungen, hohe Kinderbetreuungskosten und nicht armutsfeste Sozialleistungen verschärfen die Situation zusätzlich. Auch für Kinder ist das Aufwachsen in alleinerziehenden Haushalten ein schlechtes Los: Armut im Kindesalter wirkt sich nachweislich negativ auf Bildung, Entwicklung und Gesundheit aus und prägt oft den gesamten Lebensverlauf. Studien zeigen, dass Kinderarmut langfristig mit schlechteren Bildungsabschlüssen, gesundheitlichen Beeinträchtigungen und geringerer sozialer Integration im Erwachsenenalter einhergeht. Laut OECD verursacht Kinderarmut in Österreich jährlich Folgekosten von über 17 Milliarden Euro – präventive Maßnahmen wären wesentlich kostengünstiger.


TischleinDeckDich – wir retten Lebensmittel und geben sie den Armen und Bedürftigen!
MITHELFEN / SPENDEN / WEITERSAGEN. DANKE!


Wollen Sie mehr Infos, Fakten und Daten zum Thema „Soziale Armut in Östererich“ lesen? Dann klicken Sie bitte >>HIER<<