Armutsrisiko in Vorarlberg steigt

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Die neuen EU-SILC-Daten der Statistik Austria zeigen einen deutlichen Anstieg in Österreich. Auch Menschen in Vlbg. sind immer mehr davon betroffen. Die Armutskonferenz kritisiert, dass in Vorarlberg die Probleme noch größer sind.

Statistik Austria Armutsgefaehrdung Oest. EU SILC 2023 bis 2025

Vorarlberg entwickle sich immer mehr zum Hochrisikoland bei Armutsgefährdung, sagt Vivien Fritsche von der Armutskonferenz. Im Dreijahresschnitt liegt die Armutsgefähr-dungsquote mittlerweile mehr als drei Prozentpunkte über dem Österreichschnitt und zählt damit zu den höchsten im Bundesländervergleich.

Grund dafür seien die hohen Wohnkosten, die bis in die Mitte der Gesellschaft hinein finanzielle Probleme verursachen. Wohnen werde zunehmend zur sozialen Schlüsselfrage, der Druck durch hohe Wohnkosten wachse weit über klassische Armutsgruppen hinaus, warnt die Armutskonferenz. Hohe Mieten würden immer stärker mit Geldtransfers kompensiert, statt mit leistbarem Wohnraum. Nötig sei eine „sozialpolitische Schubumkehr“ hin zu mehr Armutsprävention.

Mehr als 40 Prozent des Einkommens werden für Miete aufgebracht. Konkret geht es um 33.000 Haushalte, sagt Fritsche. Sie müssten mehr als 40 Prozent des verfügbaren Einkommens für das Wohnen aufbringen. Das ist der zweithöchste Wert aller Bundesländer hinter Wien. Das Problem reicht offenbar bis in die Mitte der Gesellschaft: Laut der aktuellsten AK-Wohnumfrage geben Vorarlberger Haushalte durchschnittlich rund ein Drittel ihres Einkommens für Wohnkosten aus. Bei Haushalten mit niedrigem Einkommen liegt die Belastung bereits bei rund 44 Prozent, im privaten Mietsegment bei durchschnittlich 38 Prozent. „Zusammen zeigen diese Daten, dass hohe Wohnkosten längst nicht mehr nur einzelne Randgruppen betreffen.

„Wohnen entwickelt sich zunehmend zu einem Armutsrisiko bis weit in die Mitte der Gesellschaft hinein“, so die Armutskonferenz. Vorarlberg gehöre wirtschaftlich zu den stärksten Regionen Österreichs und weise gleichzeitig eine der höchsten Wohnkostenbe-lastungen des Landes auf. „Diese Kombination wird zunehmend zum sozialen Risiko.“

Hinweis: Die Armutskonferenz ist ein österreichisches Netzwerk von über 40 sozialen Organisationen, Bildungseinrichtungen und Forschungsinstituten. Ihr Ziel ist es, Armut und soziale Ausgrenzung zu bekämpfen, zu vermeiden und auf die Ursachen aufmerksam zu machen. Die Mitgliedsorganisationen betreuen und beraten jährlich über 500.000 Menschen.

Original-Artikel auf: https://vorarlberg.orf.at/stories/3354746/

Quelle Statistik Austria: Tabellenband EU-SILC 2025 und Bundesländertabellen mit Dreijahresdurchschnitt EU-SILC 2023 bis 2025 Einkommen, Armut und Lebensbedingungen, Wien, am 29.04.2026 (Rev. 1 vom 12.05.2026)


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